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Mittwoch, 20. September 2017

Modulares Sturmgewehrsystem RS556 - erste Eindrücke

Unterlüß (ww) Anfang der Woche hat Rheinmetall der Fachpresse in Unterlüß das System Infanterie vorgestellt.
Boxer mit LANCE-Turm, IdZ-ES, RS556 und UMF (Foto: JPW)
Neben dem Soldatensystem IdZ-ES und dem Führungssystem TacNet, dem Unbemannten Mehrzweckfahrzeug UMF und dem GTK Boxer mit dem Zwei-Mann LANCE-Turm gehört auch das modulare Sturmgewehrsystem RS556 dazu.
Schießen mit dem RS556 (Foto: JPW)
Erstmals bestand bei dem Event die Möglichkeit, die neue Waffe zu schießen.
Das RS556 ist ein Kooperationsprojekt von Rheinmetall und Steyr Mannlicher. Die beiden traditionsreichen Firmen bewerben sich mit dem modularen Gewehrsystem um das (kurz vor Abschluss stehende) Vorhaben „Sturmgewehr Spezialkräfte“ sowie das „System Sturmgewehr Bundeswehr“. Da beide Projekte aber voneinander unabhängig laufen und zudem unterschiedliche Anforderungen haben, gibt es das RS556 in unterschiedlichen Konstruktionsständen. In Unterlüß stellten Rheinmetall und Steyr Mannlicher den Konstruktionsstand für das Projekt „Sturmgewehr Spezialkräfte“ vor.
Das RS556 in der Konfiguration für die Ausschreibung "Sturmgewehr, Spezialkräfte" (Foto: JPW)
Das RS556 verbindet bewährte Konstruktionselemente des Bullpup-Designs Armee Universal-Gewehrs (AUG; in Österreich als Sturmgewehr 77 Standardwaffe) mit der Architektur des AR-15-Systems. Technisch gesehen handelt es sich um ein verstellbares Kurzhub-Gaskolbensystem mit Drehkopfverschluss. Es lässt sich schnell in die Baugruppen Rohr, monolithisches Gehäuseoberteil mit Verschlussführung und Verschluss, Spannschieber, Gehäuseunterteil mit Pufferrohr sowie Magazin zerlegen.
Das feldmäßig zerlegte RS556 (Foto: JPW)
Die Waffe liegt mit 3.700 Gramm Leergewicht  im oberen Bereich bei Sturmgewehren, fällt aber dennoch schlank und führig aus. Die Länge der Schulterstütze lässt sich in sieben Positionen verändern, wodurch das Gewehr sich sehr gut an die individuelle Anatomie und Adjustierung anpassen lässt. Weiterhin ist das RS556 beidseitig bedienbar. Verschlussfanghebel und  Magazinhalter lassen sich sowohl für Rechts- als auch für Linksschützen mit der Schusshand gut erreichen. Der beidseitig bedienbare Sicherungs- und Feuerwahlhebel ist in der RS556-Konfiguration für die Sturmgewehr-Spezialkräfte-Ausschreibung als „90-Grad-Sicherung“ ausgeführt: In 45-Grad-Stellung steht er auf Einzelfeuer und in 90-Grad-Stellung auf Feuerstoß. 
Verschlussfanghebel, Magazinhaltehebel und Sicherungs- und Feuerwahlhebel auf der linken Waffenseite (Foto: JPW)
...und auf der rechten Waffenseite. (Foto: JPW)
Die Waffe lässt sich in jedem Funktionszustand sichern. Das Rohr lässt wie beim AUG innerhalb weniger Sekunden wechseln. Es stehen grundsätzlich Lauflängen von 11,5“, 14.5“, 16“, 18“ und 20“ zur Verfügung. Darüber hinaus sind auch Lauflängen nach Kundenwunsch realisierbar. In Unterlüß waren 14.5“-Rohre in den Waffen. Befestigungsschienen nach Mil-Std 1913/STANAG 2324/STANAG4694 befinden sich auf der 12- und der 6-Uhr Position und sind optional auf 3- und 9-Uhr-Position zurüstbar. Sie nehmen Optiken und Anbaugeräte auf, wie etwa den 40x46mm-Granatwerfer RS40.


Der geöffnete RS40 als Anbau-Granatwerfer. Der RS40 lässt sich weiterhin als Standalone konfigurieren. (Foto: JPW)
Bei dem Fachpresse-Event in Unterlüß lagen ein RS556 mit Rotpunktvisier Aimpoint M4 und 6-fach Vergrößerungsnachsatz sowie ein weiteres RS556 mit Zielfernrohr Minox ZP 1-8 x 24 zum Schießen bereit. Als Ziele standen zwei Gestelle mit vier oberkörpergroßen Stahlplatten auf 100 und 200 Meter sowie ein ausgedienter Lieferwagen auf 100 Meter zur Verfügung. Treffer auf Stahlplatten stellten dabei keine Schwierigkeit dar – auf den Lieferwagen sowieso nicht.
Impressionen von den Zielen. Klar erkennbar. Der Motorblock schützt bei Beschuss. (Foto: JPW)
Das RS556 lässt sich problemlos handhaben und auch im Feuerstoß gut im Ziel halten. Während des rund eine Stunde langen Schießens verschossen insgesamt 13 Fachjournalisten 1.140 Schuss, meist im schnellen Einzelfeuer oder in kurzen Feuerstößen. Obwohl die Waffen dabei kaum abkühlen konnten, traten keinerlei Störungen auf.

Die Einbindung des RS556 in Soldatensysteme wie IdZ-ES oder in Simulationstechnologie wie AGDUS ist problemlos möglich (Foto: JPW)

Soweit die ersten Eindrücke vom RS556. Mehr zu den laufenden Sturmgewehrprojekten und zum System Infanterie demnächst hier und in den einschlägigen Publikationen.

www.rheinmetall.com
www.steyr-mannlicher.com

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